Von der Armut auf dem Land

Verwiebe-2011-ArmutInOesterreichApril 2011

Manuela Brandstetter & Veronika Stemberger (2011): Von der Armut auf dem Land. Die Diskurs- und Hilfepraxen zur Not zugezogener Familien in einer ländlichen Kleinstadt. In: Verwiebe, Roland (Hg.): Armut in Österreich. Bestandsaufnahme, Trends, Risikogruppen. Wien: Braumüller Verlag. S. 308-328

Der Beitrag basiert auf einer vom Ilse Arlt Institut durchgeführten Bedarfsanalyse, die lokale Unterstützungsmaßnahmen für (zugezogene) Familien begründen sollte:

Als typische Abwanderungsgemeinde sei man in der nördlichen Kleinstadt Niederösterreichs mit einem gegenwärtigen Bevölkerungsstand von 4.185 EinwohnerInnen aufgrund der Sorge um die bis zu 50 von Armut betroffenen Familien überfordert. Der Zuzug in die Gemeinde sei zwar insgesamt gering, konzentriere sich aber hauptsächlich auf „sozial schwache und armutsgefährdete Familien“ und so genannte „Hartz IV-Familien“, welche durch den vergleichsweise billigen Wohnraums angezogen würden. Diese Problemdefinition bildete den Ausgangspunkt für ein lokales Projektteam, das als Auftraggeber der Studie fungierte.

Neben den Zugezogenen seien außerdem Familien mit Säuglingen und Kleinkindern übermäßig von Armut betroffen, weshalb es in der Studie auch darum ging, herauszufinden, wo deren Bedürfnisse liegen. Man wolle grundsätzlich antidiskriminatorische und befähigende Unterstützungsmaßnahmen für „arme, vornehmlich zugezogene Familien“ jenseits der Kontrolldiktion von Arbeitsmarkt und Jugendamt entwickeln und sich dabei vom ForscherInnenteam unterstützen lassen.

Der Aufsatz behandelt die diskursiven Praxen der angestammten sowie zugezogenen Bevölkerung und der kommunalen VerantwortungsträgerInnen aus Politik und Verwaltung, mittels derer diese sich Armut und deren gesundheitliche Auswirkungen erklären. Gemeinsam mit den beobachtbaren Strategien des Umgangs mit Armut wurden narrative Rekonstruktionen der AkteurInnen vor Ort zum Gegenstand der Untersuchung. Diese werden auszugsweise dargestellt und abschließend unter Einbezug ausgewählter Erkenntnisse aus der Hilfeforschung im ländlichen Raum diskutiert.

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